Dienstag, 5. Juli 2011

Gedanken zum Ehrenamt


Seit vielen Jahren arbeite ich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich!

Ich habe 30 Jahre Jugendarbeit gemacht
und bin jetzt schon mehr als 10 Jahre
im Kirchenvorstand einer Gemeinde!
Wenn ich all diese Jahre überdenke,
steigen in der Erinnerung viele Momente
der Freude und Zufriedenheit auf!
Ich bin netten Menschen begegnet,
mit denen ich in guter Gemeinschaft arbeiten
und Ziele verwirklichen konnte!
Manche wurden zu Freunden!
Ich habe erlebt, dass ich über mich hinauswachsen
kann, wenn ich denn muß...
und ich habe Arbeiten erledigt,
die ich mir selber nicht zugetraut habe!

Ich habe den inneren Schweinehund
mit Gottes Hilfe bezwungen,
wenn es z.B. galt am Sonntagmorgen früh
aufzustehen und Schnee zu schippen,
damit ich pünktlich zum Gottesdienst komme!
Ich habe mir selber einen Tritt gegeben,
wenn es galt mehr als 30 km
zu Sitzungen zu fahren oder
3 Abende in einer Woche in Sachen
Ehrenamt unterwegs zu sein!
Dienst ist Dienst,...wer die Position hat, sollte sie auch ausfüllen!
Meistens wurde mir gerade dann
der Gottesdienst zum Segen und
die ungeliebte Sitzung war besonders effektiv!

Wenn ich jetzt zurückblicke,
dann bereue ich die vielen Jahre nicht!
Aber ich will nicht verschweigen,
dass es auch unglückliche, traurige
und enttäuschende Momente gab...
und dass ich schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht habe!
Neid, Herablassung und Geringschätzung
begegnen einem überall, so auch im kirchlich christlichen Bereich!
Mitunter wird man damit konfrontiert,
daß ein Hauptamtler alles, aber auch alles weiß
und Ehrenamtler generell zu den geistig Armen gehören!
Man erlebt, daß Gespräche nicht auf Augenhöhe stattfinden,
und gute Ideen nur von bezahlten Mitarbeitern kommen können!
Aber der Ehrenamtler soll dann alles mittragen und auf Ansage
funktionieren,....auch in den schwierigsten Situationen!
Ich gebe zu, ich bin nicht nur einmal
ganz schön sauer nach Hause gegangen
und wollte alles hinschmeißen!!!
Ein Buchgeschenk zu Weihnachten ist ja schön,
aber ein Stück Wertschätzung übers Jahr
ist der Grundstein für eine gute Arbeitsatmosphäre!

Auf der anderen Seite ist es manchmal sehr schwer
einen Haufen Ehrenamtler zu einem
funktionstüchtigen Gremium zu machen!
So Manchem geht es nicht um die Sache,
sondern nur um die Position!
Hier bin ich, hier sitze ich, nun macht mal!
Andere hören gerne die eigene Stimme
und haben immer Diskussionsbedarf!
Einige wissen alles besser, auch noch um 22.30,
wenn die Mitstreiter müde sind und längst zuhause sein möchten!
Und dann gibt es noch die, die statt ihre Meinung zu sagen,
den Mund oftmals an der falschen Stelle halten, ...solche wie ich!


Trotzdem, wir Ehrenamtler werden gebraucht!
In der Zukunft mehr denn je und
ich werde immer dafür werben,
dass Menschen dieses Abenteuer wagen!
Für Gotteslohn und ein dickes Fell!
Für die Sache und mit den Hauptamtlern!